Was kostet denn das Hobby Imkerei?

Eine kleine monitäre Betrachtung unserer Ausgaben...?

Viele glauben ja, dass man mit der Imkerei das große Geld machen kann und wundern sich über die unverschämten Preise der Deutschen Imker...?

Für diese sind die folgenden Infos, aber auch für Interessierte an der Imkerei...

Ich kann jetzt natürlich nur aus der Warte eines relativ neuen Hobbyimkers sprechen, der im Frühjahr 2017 mit der "Bienenhaltung" angefangen hat.
Wenn ich mir so ansehe, was wir bis jetzt für die Imkerei ausgegeben haben, kann ich nur sagen - ein teures Hobby.

Wir sind so ungefähr bei 2800 Euro angelangt, gut, nicht jeder braucht sofort eine elektrische Honigschleuder (mit 365 Euro wirklich ein Schnäppchen), Entdeckelungsgeschirr, Futterzargen, Refraktometer, geeeichte Waage etc.

Vieles kann man im Verein gegen Gebühr leihen, aber früher oder später kommt man doch nicht drum rum.

Um mal ein Gefühl zu bekommen, so eine Beute, sprich komplette Bienenwohnung für ein Volk kostet je nach Ausführung und System 100-150 Euro.
Diese müssen noch behandelt oder gestrichen werden. Man sollte immer Beuten, Zargen, Zubehör in Reserve haben, wie schnell muss mal ein Schwarm eingefangen und einquartiert werden, wird mal ein Ableger(Vermehrung des Volkes) gemacht.

Dazu kommen die notwendigen Rähmchen und Wachsplatten (Mittelwände), Abdeckungen, etc. nochmal so 50 Euro pro Volk. Je nach Betriebsweise benötigt man noch zusätzliche sogenannte Zargen (quasi ein zusätzliches Stockwerk) für den Honigraum oder Futterzargen, mit denen man die Bienen im Herbst einfüttert, sprich Ihnen Ihr Winterfutter zuführt.

Apropos, das Winterfutter, meist eine hochwertige Zucker/Futterteigmischung kostet pro Volk und Jahr rund 25-30 Euro.

Für die tägliche Arbeit wird ein bißchen "Werkzeug" benötigt - Stockmeisel, Raucher, Sprühflaschen, Wabenhalter, mehrere Abkehrbesen, Königinnenzeichner, Kisten, Trennschiede, Trafo zum Mittelwand einlöten und ähnlichen Kleinkram. Sagen wir mal je nach Ausführung noch mal rund 150-200 Euro. nicht zu vergessen der "Imkeranzug" zum Schutz vor Stichen, ab. 40 Euro aufwärts.

Zwei- bis dreimal im Jahr(außerhalb der Honigsaison) muss gegen die Varroamilbe behandelt werden. Diese, meist organische Säuren (Oxalsäure, Ameisensäure)  in Lebensmittelqualität samt den für die Behandlung erforderlichen Gerätschaften schlagen pro Volk nochmal so mit 30-60 Euro pro Jahr zu Buche.

Das Kapitel Honiggewinnung und Verarbeitung verschlingt ebenfalls einiges an Geld...

Man darf nicht vergessen, wir bewegen uns - Hobby hin oder her - wie jede Firma die Lebesmittel herstellt und verarbeitet (sprich ein Lebensmittelunternehmer ist), in einem sehr sensiblen Bereich, in dem die jeweiligen lebensmittelrechtlichen Vorschriften und Richtlinien zu beachten sind. Es gelten die gleichen Anforderungen wir bei einem Gewerbebetrieb.

Zu beachten sind unter anderem:
Honigverordnung, Lebensmittelgesetz, Lebensmittelhygieneverordnung, Lebensmittelkennzeichnungsverordnung, Bienenseuchengesetz, Arzneimittelgesetz, Hygieneschulungen durchführen, Dokumentationspflichen(angelehnt an das HACCP Konzept), etc.

Damit einher geht, neben notwendigen Schulungen, der Erwerb von Büchern, Reinigungs, Desinfektionsmitteln, den notwendigen Gerätschaften, evt. Umbau von Räumlichkeiten, anbringen von Insektenschutzgittewrn, etc.

Es wird eine Honigschleuder (manuell ab ca. 200 Euro, elektrisch ab ca. 500 Euro), ein Entdeckelungsgeschirr(darin werden die mit Honig gefüllten Waben entdeckelt und gestapelt) ca. 120 Euro, div. Abfülleimer, Edelstahl Siebe, Textilsiebe, (Elektro-) Rührer, evt. Einkochtopf zur leichten Erwärmung und und und... Sind wir noch mal bei rund 200, 300 Euronen.

Ah, Gläser, Deckel und individuelle Etiketten müssen ja auch noch sein...?

Fachzeitschriften, Bücher, Seminare, Lehrgänge, Versicherungen, Mitgliedsbeitrage, Tierseuchenkassenbeiträge darf man nicht vergessen...

Ein PC Programm zur Verwaltung der Imkerei, Tätigkeiten, der vielen Kunden und verkauften Produkten darf auch nicht fehlen - noch mal rund 170 Euro.

 

Man sieht, es kommt einiges zusammen, was erst mal finanziert werden will...

Und nicht zu verschweigen, wenn man Glück hat gibt es eine einmalige Förderung für neue Imker im ersten Jahr, das sind so max. 100-120 Euro.

Ich revidiere, lezte Woche kam der Förderbetrag - 89 Euro...

 

 

 

 

   
© Copyright © 2018 by Arne Senck
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen