Ein bißchen was lyrisches über Bienen und Imker?
 
Dichter: Wilhelm Wankler (1884)

Wenn ich vor meinem Stande steh´
und meine Bienen fliegen seh´
so denk´ich oft in meinem Sinn,
wie freut mich´s, daß ich Imker bin.

Steh´ mit der gold´nen Sonn´ich auf,
sind meine Bienen lägst wohlauf,
sie fliegen emsig her ud hin,
d´rum freut mich´s, daß ich Imker bin

Und wenn mein Tagwerk vollbracht,
zur Ruhe winkt die stille Nacht,
leg´ich mich selig träumend hin,
und freu´mich, daß ich Imker bin.

Un so vergeht mir froh die Zeit,
die Bienen werden schwarmbereit,
sie freu´n sich ihrer Königin,
und mich freut´s daß ich Imker bin.

Und wird das Wetter dumpf und heiß,
fließt von der Tanne süßer Schweiß,
schwing ich die Schleuder froh und sing:
Wie freut mich´s, daß ich Imker bin.

Dichter: Albrecht Johannsen

I M K E R S T R A U M

Das ist des Imkers ew'ger Traum:
Der knospenübersäte Baum
Und Blütenfeld an Blütenfeld
In einer farbenfrohen Welt;
Ein Duft aus tausend Nektarschüsseln
Und Bienen - nur mit Rotkleerüsseln;
Stehts schwere dicke Pollenbretter
Und allzeit schwüles Honigwetter
Und an des Bienenjahres Schluß
Ein süßer goldner Überfluß!
Ein Tröpfchen Wermut in den Wein:
Es trifft nicht allemal so ein,
Denn in den Himmel wächst kein Baum.
Und doch - - es bleibt des Imkers Traum.

Dichter: Edmund Herold “Der Bienennarr”

Vor Jahren einst im Alten Land,
Durch seine Früchte wohlbekannt,
Begann ein arges Streiten:
Da kommen stets die Imker her
In unsrer Bäume Blütenmeer.
Wir wollens nimmer leiden !

Sie schleppen uns den Honig fort.
Nun reden wir ein ernstes Wort:
Sie sollen ihn bezahlen !
Von unsern Blüten stammt er ja.
Und dann sind auch die Stiche da
Mit ihren Teufelsqualen !

Beschlossen wars zu dieser Stund.
Man machte es den Imkern kund.
Da blieben sie zu Hause.
Sie sagtens - und es blieb dabei.
Sie machten mit der Wanderei
Für Jahre eine Pause.

Der Obstbaum stand und trauerte
Und jede Blüte lauerte
Umsonst auf eine Biene.
Und jeden Herbst im Alten Land
Der Bauer vor den Bäumen stand
Mit kummervoller Miene.

Denn mit dem Segen wars vorbei,
Nun sah man wie verkehrt es sei,
Den Imker zu vergrämen.
Und wer dereinst mit Spott und Hohn
Vom Imker heischte Geldeslohn,
Begann sich tief zu schämen.

Und allesamt begriffen sie,
Es sei des Imkers große Müh
Zu aller Nutz und Frommen.
Drum baten sie nun umgekehrt,
Um Gotteslohn und Geldeswert,
Er möge wiederkommen.

Nun sieht man, wie es einstens war,
Zur Blütenzeit in jedem Jahr
Ein großes Bienenwandern.
Und jedem ist im Alten Land
Des Imkers Leistung wohl bekannt
Zum Segen für die andern.

Dichter: Heinz Erhardt

An die Bienen

Bienen! Immen! Sumseriche!
Wer sich je mit euch vergliche,
der verdient, daß man ihn töte!
Daß zumindest er erröte!
Denn, wie ihr in Tal und Berg schafft
ohne Zutun der Gewerkschaft,
ohne daß man euch bezahle,
ohne Streik und Lohnspirale,
täglich, stündlich drauf bedacht,
daß ihr für uns Honig macht,
ihr seid's wert, daß man euch ehre!
Wobei vorzuschlagen wäre -
ob nun alt ihr, ob Novizen -
euch von heute ab zu siezen!
Unser Dank, unser Applaus
säh in etwa dann so aus:
"Sehr geehrte Honigbienen!
Wir Verbraucher danken Ihnen!"

   
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